Gärtnersiedlung Rain GmbH

Neuhofweg 16

86641 Rain am Lech

Deutschland

 

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In Rain am Lech wurde der erste Abschnitt der aktuell größten Gewächshausdachintegrierten Solaranlage in Deutschland fertiggestellt

Die Gärtnersiedlung Rain am Lech setzt weiterhin auf neue Techniken und baut den Einsatz der regenerativen Energien aus. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren mit einer Hackschnitzelheizung und dem Anschluss an zwei Biogasanlagen der Grundstein für den Einsatz regenerativer Energien gelegt wurde, sind im vergangenen Jahr die drei vorhandenen Pflanzenöl-BHKWs umgerüstet worden. Künftig kommt hier Biogas zum Einsatz, das auf Erdgasqualität aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist wurde, da der weitere Betrieb mit Palmöl weder wirtschaftlich noch ökologisch zu rechtfertigen war. Im neuesten Projekt haben sich die Betriebe mit dem Thema Photovoltaik auseinandergesetzt. 

Die Aufnahme entstand am 18.12.2011 Spätnachmittag, einem der Tage mit dem niedrigsten Sonnenstand und doch ist nahezu keine Verschattung zu sehen

 

Daten der bereits installierten Anlagen:

 

·         3612 Module unterschiedlicher Abmessungen und Zellbelegung

·         4 mm Einscheibensicherheitsgläser, direkte Integration in die Gewächshaussprossen

·         optimiertes Design zur Vermeidung von Modulverschattung bzw. komplette Zellbelegung (60-Zellmatrix für die erste Süd-Reihe)

·         Leistung je nach Abmessungen zwischen 190-285 Wp / Modul

·         Ausführung mit weißer oder transparenter Rückseitenfolie (schwarz auch möglich)

·         48 polykristalline Zellen mit texturierter Oberfläche, je 156 mm x 156 mm

·         max. Systemspannung 1000 V

·         dreiphasige Wechselrichter Sunny Tripower der Firma SMA

·         Monitoring der Anlagen über Sunny Webbox und Sunny Portal

 

Für Solaranlagen auf Gärtnereien gibt es in Südeuropa bereits Beispiele, in Deutschland ist dieses Thema im Gartenbau in größeren Projekten aufgrund geringerer Einstrahlungen im Kulturbereich uninteressant, aber auf Arbeitshallen, auf in Gewächshäusern installierten Kühlhäusern und in Verladebereichen gibt es erhebliches Potential.  

Vorteile einer Gewächshausdachintegrierten PV-Anlage:

·         keine zusätzliche Gewichtsbelastung der GWH-Konstruktion 

·         Abtauen bei starkem Schneefall ist möglich

·         Reinigung im ZTuge der Dachreinigung istr mit üblichen Maschinen möglich

·        Versicherung bei der Gartenbau-Versicherung möglich

 

 

Technische Umsetzung

Die auf 4 mm starkes Glas ausgerichteten Sprossen konnten nicht verwendet werden, da die PV-Module 5 mm stark sind. Eine Spezialsprosse wurde nach Vorgaben der Gärtnersiedlung von der Firma Vimose Driboga entwickelt, die die Module auch optimal abdichtet und durch eine Gummiauflage verhindert, dass das Laminat der Module durch Materialbewegungen beschädigt wird.

Die 20 kg schweren PV-Module wurden in die Südseiten der Arbeitshallen eingesetzt, wobei die erste Kappe mit Modulen, die voll mit Zellen belegt sind, ausgestattet ist. Bei den weiteren Kappen wurden im unteren Bereich zwei Reihen Wafer weniger je Modul verbaut, um eine Beschattung durch die voranstehende Kappe zu verhindern. Durch den Einbau der PV-Module muss künftig auf die Lüftungsklappen auf der Südseite verzichtet werden. 

Geplant wurde eine Gesamtanlage von 1,4 MWpeak. Dabei kamen die Arbeits- und Versandhallen, Kühl- und Verladebereiche sowie probehalber eine Schattenhalle im Freiland in Betracht. In der Gewächshausfläche werden keine Module installiert, da hier jeder Lichtstrahl für das Pflanzenwachstum benötigt wird.

 

die Module sind standardmäßig mit weißer Folie ausgestattet, was für die Beschattung im Arbeitshallenbereich vorteilhaft ist

zum Vergleich: Module mit transparenter Folie für die an den Kulturbereich anschließenden Kappen bei R. Bosch KG

 

Ausführende Firmen

Realisiert  wurde das Projekt zusammen mit der Firma abakus solar AG (www.abakus-solar.de ) aus Gelsenkirchen. abakus solar ist ein führendes, international tätiges Systemhaus für Photovoltaik mit umfassender technischer Kompetenz. Als Generalunternehmer übernahm abakus solar die Projektleitung für die Gesamtanlage und lieferte sämtliche Komponenten inklusive der auf Scheibenmaß angepassten Solarmodule.

Die Umrüstung der bestehenden Anlage wurde vom dänischen Gewächshausbauer Viemose-Driboga A/S (www.viemose-driboga.dk) durchgeführt. Die Umdeckung wurde in einem Zeitraum von 4 Wochen durchgeführt. Dabei wurde die alte Eindeckung entfernt, die vorhandenen Sprossen wurden durch die neue Spezialsprosse ersetzt und die Module reihenweise ausgetauscht.  

Im Betrieb Hartmann Gartenbau GmbH & Co KG wurde ein neues Produktionsgewächshaus mit 20.000 m² Hochglas errichtet. Dem Komplex vorgelagert ist eine Kommissionierhalle mit 3.200 m², die im kommenden Jahr noch um eine Kühlhalle erweitert werden soll. Diese Kommissionierhalle wurde ebenfalls mit PV-Modulen eingedeckt. Gebaut wurde diese Anlage von der Firma Olsthoorn b.v. aus Holland.  

 

verlegte Module mit Spezialsprosse und Gummidichtung im Betrieb Hartmann Hartenbau GmbH & Co KG / Münster

 

Elektrische Einbindung

Die elektrischen Installationen in allen Betrieben wurden durch die Firma Kunzmann Electro GmbH (info@kunzmann-electro.de ) aus Höchstädt umgesetzt. Die Firma Kunzmann verbaute standardisierte Metallkabelrinnen und Gitterrinnen, für die eine spezielle Halterung im Giebelbereich entwickelt wurde. Darüber hinaus übernahm Kunzmann Electro auch Lieferung und Installation der nötigen Standverteiler- sowie Messverteilerschränke.  

 

dreiphasige Wechselrichter der Firma SMA für die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom

 

Betrieb der Anlage

Das Gesamtprojekt teilt sich auf die sieben Gartenbaubetriebe auf, die die Einzelanlagen finanzieren und betreiben. Realisiert werden konnte bis zum Jahreswechsel circa die Hälfte der geplanten Anlage. Umgerüstet wurden die Betriebe Hartmann GbR, Dechant Gartenbau GmbH & Co KG sowie die R. Bosch KG, hinzu kommt der Neubau im Betrieb Hartmann Gartenbau GmbH & CO KG in Münster / Lech. Das Gesamtvolumen der bis dato umgesetzten Anlage liegt bei 1,6 Mio Euro.  

 

Insgesamt kann die Anlage im aktuellen Ausbauzustand eine jährliche Strommenge von 720.000 kWh produzieren, was einem Bedarf von ca. 260 Zwei-Personen-Haushalten und einer CO2-Einsparung von 405 Tonnen jährlich entspricht (Quelle: Umweltbundesamt CO2-Emmissionsfaktor Strommix Deutschland 2010). Die Betriebe verbrauchen diese Strommenge weitgehend selbst für die technischen Einrichtungen, die für die Produktion der Pflanzen nötig ist. Besonders vorteilhaft sind die gewächshausdachintegrierten Solaranlagen auch, da sie das Erscheinungsbild der Betriebe nicht verändern und keine weiteren,  landwirtschaftlich genutzten Flächen verbraucht werden. Der Strom wird ohne Abfall, ohne Abgase und ohne Geräuschbelästigungen erzeugt und direkt vor Ort verbraucht.  

 
 

letzte Aktualisierung: 29.10.2015